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Arbeitsschutz im

Facility-Management

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Moderne Architektur ist meist schön, anmutend und nicht selten eine kreative Form von „Kunst“ mit unstillbarem Ideenreichtum. Na und am Ende ist es die Handschrift des Architekten, ein Denkmal das ihn sicherlich überdauert. Es kommt zum Einsatz modernster Materialien und Technologien, kreativ in Form und Farbe.

Doch in Gewerbeimmobilien trifft irgendwann die Kreative Entfaltung des Architekten/ Bauherrn auf das Arbeitsstättenrecht, sobald die Arbeitsstätten eingerichtet und anschließend betrieben werden.

Unstreitig ist, das der Arbeitgeber des künftigen Nutzers (z. B. Mieter) der Arbeitsstätte und den dazugehörenden Arbeitsplätzen dafür zu sorgen hat, dass von der Arbeitsstätte keine Gefährdung für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten ausgeht. Die „allgemeinen“ Schutzziele werden in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) von 2004 definiert und mit den „Regeln für Arbeitsstätten konkretisiert“, vor allem hinsichtlich der Gestaltungsregeln. Wendet der Arbeitgeber diese Regeln an, kann er davon ausgehen, dass er die von der Verordnung vorgegebenen allgemeinen Anforderungen erfüllt (Vermutungswirkung).

Die „Regeln für Arbeitsstätten“ werden ASR abgekürzt und sorgen damit nicht selten für Missverständnis, denn auch die Arbeitsstättenregeln mit Bezug zu alten Arbeitsstättenverordnung wurde mit ASR abgekürzt. Es gibt hier definitiv keinen Zusammenhang! Sprechen wir heute also von „Arbeitsstättenregeln“, dann meinen wir die neuen „Regeln für Arbeitsstätten“!

Die ASR orientieren sich grundsätzlich am Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene und sind in der betrieblichen Praxis für die meisten Arbeitsstätten anwendbar. Aber müssen nicht zwingend angewendet werden und haben empfehlenden Charakter mit der besagten Vermutungswirkung. Wendet man sie nicht an, muss man als Arbeitgeber nachweisen, die Schutzziele gleichwertig zu erreichen (Beweislastumkehr).

Empfehlung des BAuA*: „Die Arbeitsstättenverordnung und die aktuellen Arbeitsstättenregeln (ASR) sind in dem Buch „Arbeitsstätten“ enthalten, das die BAuA gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) herausgibt. Es ist jetzt in überarbeiteter Auflage erhältlich. Diese Technischen Regeln erarbeitet der Ausschuss für Arbeitsstätten im Auftrag des BMAS. Überarbeitete und neu hinzugekommene Regeln machten eine Aktualisierung des BAuA- Buchs erforderlich. Zudem verloren die alten Arbeitsstätten- Richtlinien zum 31. Dezember 2012 ihre Gültigkeit und die restlichen noch im Buch enthaltenen Richtlinien mussten entfernt werden.“

„Die aktuellsten Arbeitsstättenregeln stammen aus dem Jahr 2013. So wurden beispielsweise die ASR A1.2 „Raumabmessungen‘ ASR A1.5/ 1,2 „Fußböden“, ASR A1.3 „Sicherheitskennzeichnung“ und ASR A4.1 „Sanitärräume“ neu verfasst und beschlossen. Weitere ASR wurden aktualisiert und erweitert, darunter zum Beispiel die ASR A3.6 „Lüftung“ und ASR A4.3 „Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“. Die ASR A3.6 enthält zum Beispiel Bestimmungen, ab welcher C02- Konzentration in der Luft in einem Büro Arbeitgeber Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ergreifen müssen (…).“

ISBN 978-3-88261-011-6


* Gabriele Lohse, Fachgruppe „Arbeitsstätten Maschinen- und Betriebssicherheit“ der BAuA AktueII 2-14
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